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MOLO fordert mittelstandsfreundlichere Ausschreibungen im sog. freigestellten Verkehr

Mobilität und Logistik Rheinland-Pfalz e. V. (MOLO) fordert eine stärkere Berücksichtigung regionaler mittelständischer Verkehrsunternehmen bei Ausschreibungen im freigestellten Schüler-, Kindergarten- und Behindertenverkehr. Hintergrund sind nach Einschätzung des Verbandes zunehmende Entwicklungen bei Vergabeverfahren, die insbesondere kleinere und mittelständische Taxi-, Mietwagen- und Omnibusunternehmen vor erhebliche Herausforderungen stellen.

MOLO hat hierzu eine Handreichung zur fairen, nachhaltigen und mittelstandsfreundlichen Gestaltung von Ausschreibungen im freigestellten Verkehr erarbeitet. Die Empfehlungen richten sich insbesondere an Kommunen, Landkreise und sonstige öffentliche Auftraggeber.

„Wir stellen zunehmend fest, dass Ausschreibungen teilweise so groß zugeschnitten oder so stark auf den niedrigsten Preis ausgerichtet werden, dass regional verwurzelte mittelständische Verkehrsunternehmen faktisch kaum noch realistische Beteiligungsmöglichkeiten haben“, erklärt MOLO-Geschäftsführer Guido Borning. Aus Sicht des Verbandes drohe dadurch langfristig eine Schwächung regionaler Anbieterstrukturen sowie eine zunehmende Konzentration des Marktes auf wenige große Anbieter.

„Gerade unsere mittelständischen Unternehmen sichern tagtäglich die Mobilität vor Ort. Sie verfügen über regionale Ortskenntnis, kurze Entscheidungswege, hohe Flexibilität und eine enge Bindung an Schulen, Eltern, Kommunen und Fahrgäste. Diese Strukturen dürfen nicht schrittweise verloren gehen“, so Borning weiter.

Die Handreichung enthält unter anderem Empfehlungen zu mittelstandsfreundlichen Losaufteilungen, qualitativen Zuschlagskriterien, Plausibilitätsprüfungen ungewöhnlich niedriger Angebote, arbeits- und sozialrechtlichen Standards sowie Preisgleit- und Kostenfortschreibungsklauseln.

MOLO-Geschäftsführer Heiko Nagel betont insbesondere die Bedeutung nachhaltiger und wirtschaftlich tragfähiger Vergabestrukturen: „Ausschreibungen sollten nicht ausschließlich unter dem Gesichtspunkt des billigsten Angebots betrachtet werden. Entscheidend ist vielmehr, langfristig stabile, qualitativ hochwertige und rechtssichere Verkehrsleistungen sicherzustellen. Nicht nachhaltige Dumpingkalkulationen können am Ende zu Qualitätsverlusten, wirtschaftlichen Problemen und Versorgungslücken führen.“

Zudem weist der Verband darauf hin, dass konzessionierte Taxi-, Mietwagen- und Omnibusunternehmen umfangreichen gesetzlichen Vorgaben unterliegen und dadurch teilweise andere Rahmenbedingungen bestehen als bei reinen Anbietern freigestellter Verkehre.

„Wir werben ausdrücklich für einen fairen Wettbewerb und eine Vergabepraxis, die neben dem Preis auch Qualität, Zuverlässigkeit, soziale Standards und regionale Strukturen berücksichtigt“, erklären Borning und Nagel.

Die Handreichung wurde zwischenzeitlich sowohl den Mitgliedsunternehmen des Verbandes als auch öffentlichen Auftraggebern zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig ruft MOLO regionale Verkehrsunternehmen dazu auf, frühzeitig das Gespräch mit Vergabestellen zu suchen und sich aktiv in die Ausgestaltung zukünftiger Ausschreibungen einzubringen.

MOLO – Mobilität & Logistik Rheinland-Pfalz e.V. ist der Dachverband der rheinland-pfälzischen Verkehrs-, Transport- und Logistikbranche. Der Dachverband bündelt die Interessen der beiden Mitgliederverbände VDV Rheinland e.V. und VVRP Rheinhessen-Pfalz e.V., die wiederum ca. 1400 Unternehmen aus den Bereichen Güterkraftverkehr, Möbeltransport, Kraftomnibusverkehr und Taxi-Mietwagenverkehr vertreten.