Mit der Jahrestagung Transport & Logistik Rheinland-Pfalz 2026 hat der Dachverband Mobilität & Logistik Rheinland-Pfalz e.V. (MOLO) erstmals ein neues Format für den Austausch zwischen Branche und Politik etabliert. Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, der mit seinem Grußwort und der anschließenden Podiumsdiskussion ein deutliches Signal für den engen Schulterschluss zwischen Politik und Transportwirtschaft setzte. Im CORE by Frames – Event & Kongress kamen zahlreiche Unternehmerinnen und Unternehmer des Verkehrs- und Logistikgewerbes mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung und Verbänden zusammen.
„Diese Jahrestagung steht für offenen Austausch auf Augenhöhe – genau den brauchen wir, um die Herausforderungen unserer Branche gemeinsam zu bewältigen“, betonten die MOLO-Vorsitzenden Stefan Klein und Roland Modschiedler zur Eröffnung. Zugleich hoben sie die Systemrelevanz des Straßengüterverkehrs für Versorgungssicherheit, Wirtschaftskraft und Arbeitsplätze hervor.
Bundesverkehrsminister mit klarem Signal an die Branche
In seinem Grußwort würdigte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder die zentrale Rolle des Straßengüterverkehrs für die wirtschaftliche Stabilität und Versorgungssicherheit in Deutschland. Er betonte die Bedeutung eines kontinuierlichen Dialogs mit der Branche und machte deutlich, dass praxistaugliche Lösungen, Bürokratieabbau und verlässliche Rahmenbedingungen entscheidend für die Zukunftsfähigkeit des Transportgewerbes sind.
Podiumsdiskussion: Klare Signale aus Berlin
In der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Patrick Schnieder, Prof. Dr. Dirk Engelhardt (Vorstandssprecher des Bundesverbandes Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung e.V.), Roland Modschiedler (neben seinem Vorsitz bei MOLO in Personalunion Vorsitzender des VVRP e.V. und Unternehmer aus Bobenheim-Roxheim) sowie Willi Scheidweiler (Vorstand VDV Rheinland e.V. und Unternehmer aus Bendorf) über die aktuellen Herausforderungen der Branche. Im Fokus standen der zunehmende Fahrermangel, bürokratische Hürden im Führerschein- und Berufskraftfahrerqualifikationsrecht sowie langwierige Anerkennungs- und Verwaltungsverfahren, insbesondere bei der Integration ausländischer Fahrerinnen und Fahrer. Einigkeit bestand über den dringenden Bedarf an praxisnahen, schnelleren Lösungen sowie über die Notwendigkeit, Mauteinnahmen konsequent in den Erhalt und Ausbau der Straßeninfrastruktur zurückzuführen. „Unsere Betriebe brauchen spürbare Entlastungen statt weiterer Ankündigungen“, machte Scheidweiler deutlich.
Impulse aus Praxis und Verbänden
Nach der Mittagspause bot die begleitende Ausstellung Raum für Austausch. Rebekka Csizmazia (Agentur dreissig24) stellte die Kampagne „Ich fahr für dich“ vor und hob die Bedeutung von Wertschätzung und Sichtbarkeit des Fahrerberufs hervor. Andreas Eichinger, Vorstand des Bundesverbandes Möbelspedition und Logistik (AMÖ), gab Einblicke in die Umzugs- und Speziallogistik und zeigte auf, wie Spezialisierung und strategische Ausrichtung Unternehmen stärken können.
Landespolitik im Dialog
Am Nachmittag stand der Austausch mit den verkehrspolitischen Sprecherinnen und Sprechern der Landtagsfraktionen im Mittelpunkt – vor dem Hintergrund der Landtagswahl am 22. März 2026 bewusst jenseits des Wahlkampfs. Diskutiert wurden Entbürokratisierung, Infrastruktur, zusätzliche Lkw-Stellplätze sowie das Image des Straßengüterverkehrs. Auf dem Podium diskutierten Dr. Helmut Martin (CDU), Stephan Wefelscheid (FREIE WÄHLER), Benedikt Oster (SPD) und Dr. Lea Heidbreder (Bündnis 90/Die Grünen). Über Parteigrenzen hinweg bestand Konsens, den engen Austausch mit MOLO fortzusetzen.
MOLO zieht positives Fazit
„Die starke Beteiligung aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung – bis hin zum Bundesverkehrsminister – zeigt, dass MOLO als verlässliches Sprachrohr der Branche wahrgenommen wird“, erklärte MOLO-Geschäftsführer Guido Borning. Geschäftsführerkollege Heiko Nagel ergänzte: „Unser Anspruch ist es, konkrete und umsetzbare Lösungen in den politischen Prozess einzubringen – auf Landes- wie auf Bundesebene.“
Die Moderation der Veranstaltung übernahm Gerhard Grünig, Chefredakteur der Verkehrsrundschau, der den Dialog fachkundig und pointiert begleitete.
MOLO dankt allen Partnern und Ausstellern für ihre Unterstützung, insbesondere der SVG Rheinland sowie dem Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) für die enge und konstruktive Zusammenarbeit.
Bildquelle: MOLO e.V.
MOLO – Mobilität & Logistik Rheinland-Pfalz e.V. ist der Dachverband der rheinland-pfälzischen Verkehrs-, Transport- und Logistikbranche. Der Dachverband bündelt die Interessen der beiden Mitgliederverbände VDV Rheinland e.V. und VVRP Rheinhessen-Pfalz e.V., die wiederum ca. 1400 Unternehmen aus den Bereichen Güterkraftverkehr, Möbeltransport, Kraftomnibusverkehr und Taxi-Mietwagenverkehr vertreten.